TOURBLOG

 

Tomaten und Ingwer Tour 2015

 

"Also Rocknroll is des ned so bei euch, hier gibts nur Ingwer und Tomaten..." das ist Jochen dem Tourbusfahrer schon am zweiten Tag aufgefallen. Wir wussten das natürlich schon vorher. Zwischen Essen und Plattenladen und Duschen und Konzerte spielen bleibt aber auch einfach keine Zeit für die Bar. Schlafen muss man ja auch noch manchmal.

 

Der Einfachheit halbe alle Stationen chronologisch von vorne bis hinten:

 

#1 Rotterdam

Eine unserer Lieblingsstädte, vor allem bei Regen. Waren natürlich amtlich beim dinnieren, in einem dieser kleinen Restaurants die aussehen als wäre man auf dem Filmset von American Beaty. Warum müssen holländische Städte so unglaublich perfekt sein? Sind zwischendurch um Gebäude gelaufen nur um zu schauen, ob sie vielleicht doch nur Kulisse sind. Dieses Übermaß an Perfektion, was bedeutet das denn so generell? Also kulturell?

 

Konzert nach einem Wolkenbruch auf dem Stadtplatz war richtig euphorisch, auch weil wir uns kurz davor mit der holländischen Punk-Rap-Kombo De Likt verbrüdert haben. Wer auf harten Rap zu weirden 90ies Beats steht, sollte die Herren mal auscheckern. Nach einem wie immer grandiosen Notwist-Konzert sind alle in ein geheimes Synthie-Studio gepilgert: The Notwist, Slow Steve, Producer Ted und natürlich wir. Zwischen der Stringmachine für die Air-Platten und einem Arp wurden Fieberträume für ein Aloa Input Ambientalbum ausgebrütet. Haben sich aber auf dem Rückweg zum Tourbus verflüchtigt.

 

#2 Njimegen

Wieder so eine Spielzeugstadt! Aber eine ganz besonders schöne! Im unglaublich professionellen Club ein unglaublich professionelles Konzert gespielt. Total gut gefühlt nachher. Dann in der Tiefgarage ein Fußballmatch gegen die Millionarios von The Notwist gespielt. Dabei eingeschlafen und im Bus wieder aufgewacht. Leider sonst alles vergessen. Sorry.

 

#3 Hannover

Hannover ist ja eine unserer Lieblingsstädte, einfach so aus Prinzip. Am Nachmittag über den leeren Jahrmarkt spaziert und festgestellt, dass wir Jahrmärkte entweder traurig oder gruselig finden. Dann am See in der Stadt melancholisch geworden weil uns das Graublau am Himmel ins Bewusstsein gelaufen ist. Mit gesenkten Köpfen unter dunklen Wolken zurück zum Club mit dem tollen Namen gelaufen (Faust). Mit lauter freundlichen Menschen ein super Konzert gespielt. Am Ende glücklich eingeschlafen bei folgendem Gedanken: Hannover ist einfach eine tolle Stadt!

 

#4 Erlangen

Erlangen erinnert ja ein bisschen an holländische Innenstädte: alles so putzig und aufgeräumt. Aber Erlangen gehört natürlich zu unseren Lieblingsstädten, auch weil die ErlangerInnen so verdammt sympathisch sind. Am Nachmittag noch The Notwist im Plattenladenkonzert bestaunt, dann auch schon im vollen E-Werk unser Konzert gespielt. Sind richtig bejubelt worden, wurden fast ein bisschen rot. Kommentar Marcus: "Das tollste Konzert nach dem Releasekonzert in München". Konzert Cico (nach drei Konzerten an einem Tag): "Huiuiui". Erlangen: <3!

 

#5 Darmstadt

Auf jeder Tour gibt's eine positive Überraschung und aufmerksame Leser vermuten spätestens jetzt, dass das dieses Mal dann Darmstadt sein müsste. Korrekt! Eine wirklich wunderschöne Innenstadt (bisschen wie in Holland teilweise) und lauter von Grund auf sympathische Menschen. Das ist nicht ironisch gemeint! Vielleicht liegt unser durchweg positives Bild aber auch daran, dass es der erste Tag war, in dem man bis nachts um 1 mit kurzer Hose und T-Shirt rumlaufen konnte. Voller Euphorie über den schönen Tag haben dann alle zusammen um die 40 Platten in einem der besten Plattenläden überhaupt gekauft: Musik als Hilfe - so heißt der tatsächlich. Eine Stadt mit so einem Plattenladen muss ja eine unserer Lieblingsstädte sein.

 

#6 Jena

Eine der speziellsten Locations überhaupt: Kassablanca in Jena. Ein vollgetaggtes Schloss auf einem Hügel, zwischen ausrangierten Zügen, Wohnbauwägen... Jena an sich kann man ja auch nur mögen: wegen der schönen Tallage, dem verschnörkelten Innenstädtchen, dem bunten Superblockbau und natürlich dem Kassablanca! Ganz besonders unschlagbar im Kassablanca übrigens: das Restaurant im Turm mit absolut fabelhaftem Essen.

 

A propos Tomaten und Ingwer: zwischendurch haben sich alle echt Mühe gegeben, aber es bleibt dabei, zwischen Essen und Plattenladen und Duschen und Konzerte spielen bleibt aber auch einfach keine Zeit für die Bar. Schlafen muss man ja auch noch manchmal.

 

So far... Adieu Input, bis zu den Festivals im Sommer!

 

 

 

 

Aloa #1 - Space & Time

 

Echt irre: In der Nacht vor dem Tourstart ist uns Helge Schneider erschienen, jedem einzelnen gleichzeitig. Wir vermuten zumindest dass es gleichzeitig war, beweisen können wir leider noch nix. Aber wir sind uns sicher dass es Helge Schneider war! Wie genau er das gemacht hat, müssen wir noch rausfinden. Wir haben dafür ein Research-Center eingerichtet, für freiwillige Spenden bitte -> hier entlang.

 

Heute Abend also Tourstart in Würzburg, Stadtteil Pfefferberg. Genau genommen das Zentrum von Europa und mit Abstand von 14 Lichtjahren eine unserer Lieblingsstädte in Deutschland und dem Rest des Universums. Natürlich spielen wir da in der Kellerperle! Wo denn auch sonst bitte? In der Kellerperle (früher "Perlula des Cellares") wurden ganz früher die Kaiser gekrönt, dann haben sich da die Freimaurer getroffen, auch wegen dem unmittelbaren Zugang zu -> Space & Time. Mittlerweile ist die Perle unter der Universität einer der besten Clubs der Welt, mindestens. Wer das nicht glaubt, ist noch nie dort gewesen.

 

Zurück zu Helge. Der hat uns bedroht, kein Witz. Er meinte, wenn wir die bezaubernde KARO nicht ihre bezaubernden Songs spielen lassen, schickt er ein ganzes Raumschiff mit extra schlechtem Karma zu uns auf die Bühne. Da würde er nix kennen meinte er, da wäre er total radikal. Wir hatten aber eh geplant mit KARO in Würzburg zu spielen, schon allein aus Gründen der Gleichberechtigung: wir haben Aloa Input live ja um Slow Steve erweitert, sind also jetzt vier Männer. Das ist uns vorher selbst nicht aufgefallen, da hat uns Helge drauf gebracht. Props an den, total gute Idee.

 

Morgen haben wir einen freien Tag in Berlin. Da wird erst mal gechillt, am allerliebsten mit Tubbe (Steffiiiii!), auf alle Fälle aber mit HELMUT. Der feine Herr wird uns am Freitag dann auch auf der Releaseparty im Antje Öklesund unterstützen. Ihr merkt sofort: schon wieder im besten Club der Stadt! Lucky Us!

 

PS.: Tourstart war genau genommen gestern bei der wunderbaren PULS-LiveSession, unbedingt anschauen -> hier. Vielleicht mitunter das beste was der BR in den letzten 193 Jahren aus den Untiefen seiner verschachtelten Gangsysteme nach draußen gelassen hat. Ganz toller Beginn, waren fast zu Tränen gerührt. Fast!